Durchsage: blog.fleg.de

Noch hübscher, hoffentlich.

Onkel Floris Endgültige Meinung hat nun ein überarbeitetes Gewand und Technik:
Google Fonts sind rausgeflogen, und bei der Gelegenheit gleich durch die wunderbaren Schriften „Blacker“1 und „Autor“2ersetzt3. Das Ganze ist sicher4 und nun auch verschlagwortet. Aber keine Angst: Am Inhalt ändert sich nix, der bleibt endgültig.


  1. Blacker Typeface by Zetafonts 
  2. Latinotype – Autor 
  3. Ich sollte wirklich weniger Schriften kaufen. 
  4. Hui, SSL! 

Knock Knock

Vielleicht mein liebster Einstieg in eine Platte dieses Jahr: das schwelgerische „Club der Ewigkeiten“ ist eine ohrwurmige Brandung aus Geigen, Flöten und pluckernder Elektronik, und ein fantastischer Start in die neueste Veröffentlichung des Hamburger Elektronik-Exzentrikers DJ Koze. Wenige fertigen Tanzflur mit so viel Persönlichkeit und Witz, und „Knock Knock“ hat zusätzlich famose Gäste wie Sophia Kennedy, José Gonzales und Róisín Murphy an Bord. Ein großer Spass.

„Knock Knock“ hören

The End of the F***** World

Zwei unausstehliche Teenager auf der Flucht: Zunächst nur vor ihrer miserablen Lebenssituation, bald gesellen sich aber Eltern, und (einen Mord später) auch die Polizei dazu. Diese bis in die kleinste Rolle fantastisch besetzte, herrlich rotzige und in atemlosen Tempo1 voraus preschende Mini-Serie2 bringt das Kunststück fertig, dass uns diese komplett unsympathische Bonnie und ihr heillos verkorkster Clyde ans Herz wachsen.

“The End of the ****ing World“ streamen


  1. 22 Minuten pro Episode! 
  2. Also: Keine Fortsetzung. Wie wunderbar ein Ende sein kann. 

Shpock

Screenshot: Geh nach Hause, Shpock. Du bist besoffen.
Screenshot: Geh nach Hause, Shpock. Du bist besoffen.

Ist eBay-Kleinanzeigen eine leicht schusselige, gemütliche Tante, ist Shpock1 ein überdrehter Teenager: will deine Telefonnummer, dich auf Facebook adden2, und vor allem: schickt dir ständig dreist Nachrichten, die zwischen Emoji-verseuchter Shopping-Shopping-SHOPPING!-Hyperventilation und besoffener SMS von gestern Nacht alternieren3.

Meine (kurze) Zeit4 mit Shpock war rundherum unerfreulich, und ich hoffe das Internet macht schnell Schluss mit diesem werbe-pickeligen Drecks-Dienst — per SMS.


  1. Selbstbeschreibung: „Die Flohmarkt-App für schöne Dinge“. 
  2. Beziehungsweise: Will auf dein Facebook Profil. Und die Telefonnummer. Und die Email-Adresse. 
  3. Für Kontext: ich habe keine Nachricht an Shpock gesendet, ausser meiner Account-Kündigung. 
  4. Profil löschen übrigens nur per E-Mail möglich! 

Schmiede

Typisches Schmiede-Panorama. Photo: Der Autor.
Typisches Schmiede-Panorama. Photo: Der Autor.

Der alljährliche „Spielplatz für Ideen“ in Hallein, Österreich ist ein wunderbares Un-Festival: 10 Tage in einer alten Salz-Saline mit knapp 200 Leuten tun und machen: Teppiche, Musik, Software, Schokolade, Fotografie, DosenBierpressen, Installationen, Chöre, Tanz, Lego1. Einen Abend2 lang ist’s offen für die Öffentlichkeit, und dann ist an allen Ecken und Enden des verwinkelten Gebäudes das Ergebnis beschaubar, aber um Publikum geht es nicht: Die Schmiede feiert den Prozess. Ich habe zwei meiner Lieblingsprojekte3 dort gestartet, und vor allem: jedes Jahr neue fantastische Menschen getroffen und Freundschaften geschlossen.

Die Frist für die Bewerbung endet am 31.5., und ich lege euch wirklich an‘s Herz, euch zu bewerben.

Vertigo

Irgendwo zwischen James Blake und Bon Iver spielt das Debüt-Album des Jungen Iren. Also: Electronica, Falsett, RnB, Schrammen-Gitarren, Beats, Verletzlichkeit. Nicht immer ein erfolgreicher Mix, viele Stücke sind wenig mehr als ziellose Ideensammlung. Aber Stimme und Ambition ist vorhanden: da ist noch jede Menge Luft.

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This Is America

Der Musiker, Autor, Schauspieler und Comedian Donald Glover war gerade in Amerikas größter Comedy-Sendung „Saturday Night Life“ zu Gast, und ist demnächst als Lando Calrissian im neuen Star Wars-Streifen „Solo“ zu sehen — massenkompatibler geht nicht.

Fantastisch, dass er diese popkulturelle Steilvorlage für ein verstörend-brillantes neues Musikvideo nutzt.

„Southern Reach“ Trilogie

„Annihilation“, „Authority“ und „Acceptance“ sind drei Bücher1 des amerikanischen „Weird Fiction“2-Autors Jeff Vandermeer, die ich (jawoll!) verschlungen habe.

Worum geht´s? Ein verschlafener Küstenstreifen findet sich plötzlich hinter einer unsichtbaren „Grenze“ wieder, und eine Expedition wird losgeschickt, um rätselhaften Naturphänomenen auf den Grund zu gehen.

An eine Entschlüsselung des Phänomens ist aber auch im Laufe von drei (!) Psycho-Thriller-Öko-Horror-Büchern nicht zu denken, es stellt sich mehr ein Gefühl als eine Erkenntnis ein. Und Spannung. Und vieles sehr sehr seltsames.


  1. Und gerade übrigens auch verfilmt von Alex Garland („Ex Machina“). Rezension folgt. 
  2. „[…] presenting a dark mystery beyond our ken and engaging the subconscious. Just as in real life, things don’t always quite add up, the narrative isn’t quite what we expected.“ – The Uncanny Power of Weird Fiction – The Atlantic 

Cocoa Sugar

Die Young Fathers haben mit mittlerweile 3 Alben1 eine ganz eigene musikalische Nische besetzt: Mitternachts-Soul zu muskulösen Beats, Gospel aus dem Rave-Keller, düster, aber ekstatisch. „Cocoa Sugar“ hat alle diese Qualitäten, ist in seiner rauen Spontanität zwar nicht ganz so rund wie die Vorgänger, aber ach: es brodelt wieder so schön. Fantastisches Cover auch.

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  1. Meine Rezension von „Dead“