Nazis durch die Hipsterbrille

Kannste VICE?

Das amerikanische Magazin verbreitet auf seiner Website1 eine wilde Mixtur aus Hedo- und Journalismus: „Trendthema“ Vulva-Beschau2, minderjährige Mörder in den USA3, „So einfach ist es, als Fake-Influencer Geld auf Instagram zu verdienen“4 – alles gleichberechtigt und sprachlich wohlgehipstert nebeneinander. Lässig!

Positiv überrascht bin ich aber von den hauseigenen Video-Dokumentationen5, in denen die Respektlosigkeit, mit der VICE durch die Welt geht, oft zum Vorteil wird: Hier auch bei diesem Bericht über die Nazi-Demonstration und Ausschreitungen in Charlottesville, USA.

Zauberland

Bernd und Karl-Heinz Ulrich, besser bekannt unter dem Namen „Amigos, Die“ sind Felsen in der Brandung der deutschen Musikgeschichte. Seit mittlerweile mehr als 50 Jahren betreiben sie ganz ohne wettbewerbsverzerrendes Dekolleté (siehe Konkurrentin Helene Fischer1) oder drittes Band-Mitglied (siehe Konkurrenten die Flippers) ihr Ding (und das ist deutscher Schlager).

Netflix-MARVEL präsentiert: die Netflix-MARVEL Superhelden Serien

Unschöne Zusammenstellung via Netflix
Unschöne Zusammenstellung via Netflix

Netflix ist sichtlich stolz auf seine 4(!) Superhelden-Serien basierend auf Charakteren des US-amerikanischen Marvel-Comic-Verlages. Bald1 erscheint nun mit „Netflix MARVEL´s The Defenders (An Original Netflix Series)“ eine sogenannte „Crossover“-Reihe, bei der alle Held*innen vereint gegen diverses Böses kämpfen.

Unterziehen wir also vorher „Netflix MARVEL´s Daredevil“, „Netflix MARVEL´s Jessica Jones“, Netflix MARVEL´s Luke Cage“ und „Netflix MARVEL´s Iron Fist“ einer Einordnung von Banane bis sehenswert.

Pickle Rick

Wer noch nicht davon überzeugt ist, dass die Zeichentrick-Serie „Rick and Morty“1 unverpassbar ist, wird hiermit2 hoffentlich bekehrt: Eine sagenhaft bescheuerte Grundidee3, die eiskalt durchgezogen wird, und, ja: bizarren Sinn ergibt4.


  1. Rezension hier
  2. Rick and Morty: Staffel 3, Episode 3: „Pickle RIck“. 
  3. Wissenschaftler RIck verwandelt sich in eine Gewürzgurke. „Boom! Big Reveal!“ 
  4. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was Autor*innen mit weniger Kompetenz und Kontrolle über ihre Welt(en) aus so einer Prämisse gemacht hätten. 

Pure Comedy

Nach drei Stücken bin ich begeistert, nach sieben gelangweilt: Die versammelte Cleverness der Texte (und oh, sind sie clever!) des sarkastischen Barden Father John Misty kann nicht wett machen, dass das Ganze musikalisch auf der Stelle tritt.

Apple Music / Spotify 

Melodrama

Nach den minimalistischen Song-Gerüsten des1 Debüts „Pure Heroine“ schöpft die Neuseeländerin nun aus dem Vollen: Disko, R&B, Beats & pathosgeladene2 Balladen. Deutlich bunter, also, aber wenig beliebig und meist geglückt. Plus: Lorde´s fantastische Stimme und raue Offenheit retten auch die schwächeren Stücke. Völlig verdient so populär.


  1. sagenhaft erfolgreichen! 
  2. nicht: pathetisch! 

The One I Love

Leichtfüßig im Niemandsland zwischen Thriller und Komödie, toll gespielt, herausragender Soundtrack. Wir beobachten ein Paar bei dem Versuch, während eines Ausflugs ihre Ehe zu retten. Das ist nicht einfach, und dann wird es kompliziert. Die Potentiale des Twists werden leider ein wenig verschenkt.

The One I Love (2014) – IMDb / The One I Love – JustWatch