Star Wars – The Force Awakens

von JJ Abrams, 2015

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George Lucas´ Star Wars-„Prequel-Trilogie“ war eine gigantische, aseptische CGI-Ödnis, voll von langatmigen Jedi-Rat-Debatten, Handels-Disputen, hölzernem Schauspiel, uninspiriertem Herumgestehe in Green-Screens und einer forcierten, unglaubhaften Romanze – drei Drecksfilme, 418 spannungsfreie Minuten, die doch irgendwie durchgestanden wurden, nur um am Ende ganz kurz das ikonische Darth-Vader-Röcheln zu hören.

„The Force Awakens“ ist nun der Versuch, den schalen Geschmack der Prequels hinweg zu spülen, und – halleluja – er ist geglückt! Das ist bestes Popcorn-Kino, vielleicht einen Tick zu nostalgisch, aber es fühlt sich an wie ein „STAR WARS“-Film. Und: kein Jar Jar weit und breit.

Erdogan v Böhmermann: Dawn of Justice

ErdoganvBöhmermann - Dawn of Justice

Ein Lobgedicht1.

Entlarvend ist´s, Absurdistan
Der Rechtsstaat keult für Erdogan
Die große Frage, was heisst „frei“
Dank einer kleinen Pöbelei
Mein Fazit wäre schlicht zu sagen:
Man muss mehr Schrumpelklöten wagen


  1. Ich weiß, das ist kein guter Job / Nur 10 Minuten Photoshop 

The Life of Pablo

von Kanye West, 2016

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„The Life of Pablo“ empfängt und umfängt mit dem majestätischen, wunderbaren Gospel von „Ultralight Beam“, bevor sich der Künstler ein Lied später wieder auf relevantes besinnt: „Now if I fuck this model / And she just bleached her asshole / And I get bleach on my T-shirt / I’mma feel like an asshole“.

Und so geht das weiter: Transzendenz und Gosse, hässlicher Hedonismus, Machismo und launige Selbst-Zweifel, unterlegt von verdammt feiner Musik1.

Also alles wie gehabt im Camp Kanye.


  1. „The Life of Pablo“ ist bis dato exklusiv auf Jay-Zs Musikportal „Tidal“ hörbar. 

Fick Gott

Heuer war ich im schönen Wien unterwegs, ich lustwandelte durch den ganzen alten wunderbaren Prunk gen Museumsquartier, als mich, direkt an der Karlskirche, ein zerbrechlich wirkender alter Mann ansprach.

„Können Sie deutsch“, fragte er, und ich bejahte wahrheitsgemäß und blieb stehen.

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Babai (Father)

von Visar Morina, 2015

Babai ist ein Film über unbedingte Wünsche und die bewundernswert/fatale Hartnäckig- und Rücksichtslosigkeit, die Menschen entwickeln, um Ihnen näher zu kommen. Im Zentrum des Filmes steht der 10-jährige Kosovare Nori (magnetisch: Val Maloku), dessen Vater sich mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland abgesetzt hat. Nori will zu ihm, unbedingt, und begibt sich, auf sich allein gestellt aber unbeirrbar, auf die Reise.

Ein unsentimentaler, rauher Film; vor dem Hintergrund der aktuellen humanitären Katastrophe (nicht: „Flüchtlingskrise“) leider auch top-aktuell.

Babai (2015) – IMDb

Babi läuft jetzt im Kino

Furious Seven

von James Wan, 2015

„Furious Seven“ ist eine physikalische Komödie aus einem absurden Parallel-Universum, in dem bereits sechs Fast & Furious-Filme existieren1.

Vin Diesel spielt Dom, zwei hervorragende Oberarme. Diese sind vorne meist an Lenkrädern befestigt, wo sie sich fein machen, haben aber am anderen Ende mit dem von einem grunzenden Fleisch-Ei beschwerten Rumpf zu kämpfen.

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Thirst

Von Chan-wook Park, 2009

Ein kürzlich durch ein (gescheitertes) Experiment zum Vampir gewordener katholischer Priester entdeckt Sex, Macht, Mord und Liebe (nicht zwingend in dieser Reihenfolge).

Die Prämisse klingt reichlich bescheuert, wird in den kompetenten Händen von „Oldboy“-Regisseur Chan-wook Park aber zum genau dem schwarzhumorigen Arthouse-B-Movie-Mix, den ich so liebe.

Thirst auf IMDb

Paulo Coelho trennt seinen Müll nicht und schummelt beim Scrabble

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Ich hab ja nichts gegen Paulo Coelho1, ich find´s total fein wenn Menschen Bücher vollschreiben, denn die können ja mühelos zugeklappt und ins Regal gestellt werden wo sie schadlos ruhen. Und ebendiese Regale liefern bei Erst-Besuchungen auf einen Blick untrügliche Indizien zum (im wahrsten Sinne des Wortes!) Geistes-Zustand des/der Besitzer*In 2.

Aber zurück zu Paulo Coelho. Dessen Ergüsse bleiben nun leider nicht zugeklappte stille Warnung, sie quellen auf das kitschigste bebildert aus allen Ritzen und verstopfen die Newsfeeds der Welt mit schreiendem Banal.

Aber wie dem begegnen? Natürlich mit der hinterfotzigsten aller Strategien, der bösartigen Diskreditierung.

Ich lüge also dreist:
Paulo Coelho trennt seinen Müll nicht und schummelt beim Scrabble

Und so:

Paulo Coelho3

Share like there´s no tomorrow4.


  1. Jepp: Das wird ein Snob-Beitrag. Proceed with caution
  2. Die Sensation eines zerlesenen eines Merve-Verlag-Buches! 
  3. Abbildungen: „Paulo-Coelho-Quotes-4“ via www.rugusavay.com, „Mangrove Safari-Sunset“ via flickr 
  4. „Do not ask permission. Do it now and – if necessary – regret tomorrow.“ – Paulo Coelho, The Zahir