Dschungel-Ski mit Vin

Ist´s das Ski-Laufen im Dschungel? Oder das Motorrad-Rennen auf der Ozean-Oberfläche? Der genaue Moment, in dem die geballte Dummheit dieses Vin Diesel-Actionfilm-Trailers 1 die Schallmauer zur Brillanz durchschlägt ist schwer zu bestimmen, aber, unbestreitbar:
Der Trailer durchschlägt sie, Fleischmütze voran, und kratzt sich schief grinsend am Sack.
Hut ab.

Stadt zu Spielplatz: Pokémon GO

Etwas wunderbares passiert gerade: Die Stadt wird zum Spielplatz. Menschen erkunden den urbanen Raum und versammeln sich an Orten, die sie sonst nicht betreten würden.

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Nicht ohne meinen Schweinebraten!

Ich hatte gerade schon rund 1500 Zeichen dazu geschrieben, warum ein „Die Welt“-Artikel mit der Überschrift „Merkel bittet Migranten um Toleranz für Schweinebraten1“ bösartiger Unsinn ist. Aber: dazu musste ich nicht recherchieren, abwägen, Statistiken wälzen, sondern einfach nur den Artikel lesen, also: nicht mal den Artikel, es reicht der erste Abschnitt, in dem Frau Merkels Aussage und die (sehr wohlwollend umschrieben) „Interpretation“ meilenweit auseinanderklaffen.

Und was will ich um jeden Preis vermeiden?

Langweilen und die Intelligenz meiner Leser*innen beleidigen.
„Die Welt“ langweilt nun nicht, aber letzteres hat sie ziemlich gut drauf.

Durchsage: Ausstellung in Düsseldorf.

Florian Egermann
ANTICHAMBRE im Hotel Friends
Worringer Strasse 94-96 Düsseldorf

Ausstellung in den Zimmern
Zugang durch die Rezeption des Hotels

16.7.16 – 31.12.2016
Eröffnung 15.7. – 19:00

Kuratiert Von Wilko Austermann

fleg.de/hotel

Autokorso

Die scheusslichste Form öffentlicher Freude ist fraglos der Autokorso.

Ich kann ja nachvollziehen: Freude will nach draussen, will lautstark raus aus Körper und Wohnung. Aber will sie folgend auch gleich wieder hinein in etwas Tonnenschweres, in ein sitzgeschnalltes blök-hupendes Schritttempo – will Freude sich an Strassenverkehrsregeln halten?

Will sie nicht, behaupte ich.

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Mitt

von Greg Whiteley, 2014

Angesichts des grandiosen Tohuwabohus im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf lohnt sich ein Blick zurück: 2012, Barrack Obama gegen Mitt Romney.

Greg Whiteleys Film will kein Debattenbeitrag sein: Das politische Profil, die Inhalte des Kandidaten Romney und Kontrahenten Obama spielen kaum eine Rolle, stattdessen konzentriert er sich auf ein intimes Portrait einer Familie im Wahnsinn Wahlkampf.

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Nix wie raus

„I am asking the British public to take back control (…) from those organizations which are distant, unaccountable and elitist (…) the people of this country have had enough of experts“
– Michael Gove

Brexit, Trump, AfD1: Gerade setzen sich weltweit in erschreckender Anzahl schrille Stimmen durch, die nicht nur dreist ignorant, sondern dezidiert faktenfeindlich2 sind. Das Establishment, sei es Medien, Politik oder Wissenschaft ist wenigstens abgehoben und wahrscheinlich korrupt. „Volksverräter“ schreit die Pegida.

Kontrolle braucht das eigene Land, über die eigenen Geschicke, und das heisst vor allem: Abschottung und das Ende jeder Solidarität. Über Donald Trumps „Mexiko-Grenz-Mauer“-Pläne wird gerne gelacht, aber die in Deutschland geforderte Einschränkung des Asylrechts ist nicht weniger wahnwitzig-menschenverachtend.

Wir sind angelangt bei „wir gegen die“, jeder für sich, und alle gegen Menschen mit Fluchthintergrund.

Was eine existentielle3 Wirtschaftskrise vor ein paar Jahren nicht geschafft hat, besorgt nun eine eklige Ladung Nationalismus, Populismus und Xenophobie: Das Ende der Europäischen Gemeinschaft wie wir sie kennen.

Währenddessen: Menschen sterben auf dem Mittelmeer.


  1. Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. 
  2. „Lügenpresse“ 
  3. Im Falle Griechenlands 

Coloring Book

von Chance the Rapper, 2016

Chance_3

Du willst die Sommer-Platte?

Hier ist die Sommer-Platte, ein beseelter, bunter Soul-HipHop-Hybrid von Chance the Rapper. Wer die ersten beiden Kanye-West-Platten schätzt, wird hier glücklich.

„Coloring Book“ Mixtape auf Soundcloud

Maifeld Derby 2016

Das Maifeld Derby in Mannheim ist ein Festival nach meinem Geschmack: Nicht zu groß/überlaufen, nette Atmosphäre und jede Menge spannende, (mir) neue Musik. Dieses Jahr1 hab ich´s nur ausschnittsweise und Freitag/Samstag mitgenommen, trotzdem: ein Fazit.

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Nachbarn, die nach dem Rechten sehen

Jerome Boateng, Deutscher mit Migrationshintergrund und Nationalspieler hat sich von AfD-Vize Alexander Gauland1 anhören müssen, dass „Leute2 ihn „nicht gerne als Nachbarn haben3. Das ist widerlich, aber keine wirklich überraschende Äusserung für einen AfD-Funktionär.

Diese fremdenfeindliche Vorlage verwandelt nun aber die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zu einem ekligen Eigentor4: sie schickt doch tatsächlich einen Reporter in den Münchner Stadtteil Grünwald und befragt die Nachbarn: Wie benimmt er sich denn so, der Farbige?

Auch das ist lupenreiner Rassismus, liebe FAZ.


  1. Nomen est omen 
  2. Vermutlich: Deutsche deutscher Hautfarbe mit deutschem Hintergrund. 
  3. Kritik an AfD-Vize: Empörung über Gauland-Äußerung zu Boateng | tagesschau.de 
  4. „Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat Boatengs Nachbarn nach Vorbehalten gefragt“ – AfD-Vize Gauland beleidigt Jerome Boateng