Yours and mine

von Beyoncé, 2014

“A retrospective short film celebrating the one-year anniversary of the self-titled visual album, BEYONCÉ.”

Endlich ist ein Video da für uns alle, die wir das einjährige Jubiläum der Veröffentlichung des fünften Beyoncé-Albums ihrerselbst (also Beyoncé-)würdig begehen wollen.

We need something real“, hauchspricht die Beyoncé, während ordinäres Wasser nur sehr, sehr widerwillig von ihrem Leib perlt.

You have to have something that is forever” gurrt sie und räkelt sich, und die Wucht dieser Worte wird nur noch übertroffen vom beyoncé-schen Gurräkel.

Happiness comes from you. No-one else can make you happy” offenbart sie uns, und da fällt es uns endlich wie Stern-Schuppen von den weit aufgerissenen Augen, die immer noch an ihrem königlichen Hintern kleben:

Ja, Beyoncé, Ja! Es ist so einfach!

Und Jay-Z raucht eine Zigarre, denn die Welt war gerettet.

Wenn´s Spass macht, ist´s dann noch Demo?

Köln protestiert gegen “PEGIDA”1, und wie so oft in Köln wird´s eine schunkelig-schulterklopfende Veranstaltung. Letzteres aber finden einige aber so gar nicht legitim:

“Musste das sein, mal wieder eine Protestparty, nur weil ein paar unverbesserliche durch das Millionendorf am Rhein ziehen wollen?” – Frank Überall im NDR Kommentar2

Ja, auf den unvermeidlichen Höhner3-Auftritt hätte ich auch gerne verzichtet. Und ja, der Kölsche an sich ist regelmässig schier beschwipst ob seiner/ihrer eigenen Toleranz.

Aber soll denn nun in sauertöpfischem Selbst-Hass/betroffener Lichterkettigkeit in der Kälte herumgestanden, oder besser noch: im warmen Zuhause geblieben werden, unter fadenscheiniger Protestverdunkelung, während Idiotie die Strassen flutet?

Nääää.

Der Stil des Protestes mag nicht jedem munden – aber deshalb ist er nicht weniger aufrichtig (und weniger Wert).

Ein bisschen mehr Toleranz für das Kölsche im kölschen Protest für mehr Toleranz, bitte.

Wenn´s am schönsten ist…

…sollte man dringend weiter machen.

Denn ob es bereits am schönsten war ist ja erst durch den Umstand festzustellen, daß es wieder bergab geht.

Vielleicht also:
Wenn's gerade eben sehr schön war und nun langsam etwas weniger schön wird, dann, aber auch erst dann: einfach selig nach Hause schlendern.

Vorsätze

Vorsätze sind die Rolls Royce unter den Todo-Listen: tonnenschwer, absurd im Verbrauch und mit einer Frau1 an der Spitze.


  1. Mir ist leider keine Auto-Marke bekannt, deren Kühlerfigur alle möglichen Präferenzen abdeckt. Ist ja auch mein Bild. 

Jorge Mario Bergoglio

By Alfredo Borba (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Ist ein alter Mann, der freundlicher, weniger verwirrt und vor allem williger scheint, Missstände zu benennen als sein Vorgänger. Aber bei aller Sympathie für das, was der mediale Zirkus uns nahelegt, bitte nicht vergessen:

Er ist Papst1.


  1. Und da kann er sich noch so abstrampeln: Dieser bizarre Apparat mag unter seiner Führung endlich christlicher mit Homosexuellen, Frauen und Wiederverheirateten(!) umgehen – aber das Problem bleibt der Apparat an sich. 

Die Platten des Jahres

Die 15 tollsten Platten 2014.

15. The Notwist – “Close to the Glass”

Die Institution aus Bayern produziert eine neue, feine Platte, die aber leider schon wieder nicht “NEON GOLDEN” (2002) ist.


14. Sylvan Esso – “Sylvan Esso”

Charmanter, nicht zu aufdringlicher Indie-Tronic mit einer handvoll toller Ideen.


13. Pharell Williams – “G I R L”

Zitatesammlung Funk/Soul/R&B. Trotzdem (deshalb?) ein großer Spass. Zum vorglühen fantastisch. Und Hüte hört man ja nicht.


12. Hozier – “Hozier”

“Take me to church” hat´s ja sogar in die Charts geschafft, zum Glück. Ganze Platte herzblutig-schattiger Rock.


11. Azealia Banks – “Broke with expensive Taste”

Talent, Bitch! So kann R&B heutzutage klingen, wenn er aufrichtig und mit einer gehörigen Portion Rotz betrieben wird.


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Do they know it´s Christmas

von Band Aid 30 Germany, 2014

Jawohl, im Jahr 2014 wird ein Lied über “die” hilflosen Afrikaner eingespielt, die vor lauter Ebola-Elend gar nicht mitbekommen, dass es Weihnachtszeit ist. Also schulterklopft und knödelt sich das Dümmste der hiesigen Musiklandschaft1 durch die deutsche Version eines Liedes, das schon vor 30 Jahren2 nur eines war:
paternalistische Scheisse im Sülzmantel.


  1. Schade: Die von mir sehr geschätzten Marteria, Thees Uhlmann, Joy Denalane und Jan Delay hab ich wohl leider über schätzt. 
  2. Band Aid 1984 auf Youtube