Angeschwemmt

Heute, direkt nach dem Aufwachen, da schrieb ich ein Gedicht über ein Ai Weiwei-Photo1. Ja, es ist einer dieser Dienstage2.

Ai Weiwei-Rohit Chawla for India Toda

Da liegt er
wiegt er sich
der Künstler
im warmen Licht
im schönen Licht
An seinen Körper
reicher Welten
Wellen reichen
an ihn nicht


  1. Rohit Chawla for India Today: Chinese artist Ai Weiwei imitating the lifeless body of Syrian toddler Alan Kurdi on the Greek Island of Lesbos. Via Chinese artist Ai Weiwei poses as a drowned Syrian refugee toddler – The Washington Post 
  2. Zum Hintergrund: For photo op, Ai Weiwei poses as dead refugee toddler from iconic image – Frontpage – e-flux conversations 

Interstellar

von Christopher Nolan, 2014

interstellar2

Christopher Nolan1 ist der Autorenfilmer unter den Kraftmeiern Hollywoods, er macht Filme über etwas, statt für etwas2. Für seine Ambition, mit der millionenschwersten Popkorn-Maschinerie komplexe Konzepte zu anzupacken muss man ihn lieben, die resultierenden Filme aber nicht.

Diesmal: Planetare Apokalypse, Weltraum, Wurmlöcher, 5-dimensionale Wesen, schwarze Löcher, alles flott-fantastisch inszeniert und bemüht um wissenschaftliche Korrektheit3.

Aber auch: Unterentwickelte Charaktere, wuchernde Überlänge, und Anne Hathaway, die mit einem rührselig-bizarren Monolog über die Physik der Liebe den Film beinahe versenkt4.

„Interstellar“ sollte gesehen werden, er ist bewundernswerter Kino-Bombast, der die Intelligenz des Publikums nicht beleidigt. Und früher oder später, ich bin mir sicher, wird Nolans Ambition auch einen richtig guten Film produzieren.


  1. Weitere Filme von Christopher Nolan: Memento, Inception, Dark Knight Trilogie. 
  2. Zielgruppen. 
  3. Adam Rogers: How Building a Black Hole for Interstellar Led to an Amazing Scientific Discovery | WIRED 
  4. Blame the screenwriter. 

Die besten Album-Cover 2015

Ohne Reihenfolge: Die Album-Artworks von 2015, die mir am Besten gefallen haben.
Alle Abbildungen auch ein Reinhören wert.

FKA Twigs M3LL155X

FKA Twigs: M3LL155X

In Color

Jamie XX: In Color

unnamed-50

Jamie Woon: Making Time

benjaminclementine_atleastfornow_cover

Benjamin Clementine: At least for now

(mehr …)

von David Bowie, 2016

Mit dem kryptisch wuchernden „★ (Blackstar)“ hat David Bowie das Kunststück vollbracht, daß ich nach der Todesnachricht nicht etwa die alten Klassiker1, sondern die das neue, frische, letzte Veröffentlichung rauf und runter höre.

Nostalgie war seine Sache nicht. Und, fantastisch: er macht es auch uns so einfach.

Hören/kaufen: spotify / iTunes


  1. Natürlich: ich hab auch noch mal „Hunky Dory“aufgelegt. Und „Ziggy“. Und „Outside“. Und… 

David Bowie (1947 – 2016)

There’s a star man waiting in the sky
He´d like to come and meet us
But he thinks he’d blow our minds

Mission accomplished.

bowie

Die Platten des Jahres

Es ist mal wieder so weit: Die Onkelflori-Redaktionskonferenz hat getagt und gerichtet: Was umschmeichelte die Gehörgänge heuer am schmeicheligsten?

Hier die Top Ten als Spotify-Playlist (und hier die Ausgaben 2014 & 2013).


Fatoni-Dexter-Yo-Picasso

10. Fatoni & Dexter: „Yo, Picasso“

„Dies ist kein Tag / dies ist ein tag-ähnlicher Zustand“. Das und mehr Kluges über feine Beats.

spotify / iTunes


sleaford_mods_new_lp_front_big_1024x1024

9. Sleaford Mods: „Key Markets“

Britisches-Slang-Genuschel über minimalem Gerumpel, auf das effektivste.

spotify / iTunes


fa887a94

8. Sleater-Kinney: „No cities to love“

Kann Riot Grrrl-Alternative-Rock nach 10 Jahren Pause wieder frisch klingen? Aber ja doch.

spotify / iTunes


Action_Bronson_Mr._Wonderful

7. Action Bronson: „Mr. Wonderful“

Dicker Bauch, dicker Bass. Rauher Hip Hop.

spotify / iTunes


john-grant

6. John Grant: „Grey Tickles, Black Pressure“

Fans von LCD Soundsystem werden hier beglückt aufhorchen. Verquerer Funk und Balladen über die Erderwärmung.

spotify / iTunes

(mehr …)

Star Wars

von George Lucas, 1977

31-alec_guiness_theredlist

Heute mal etwas Obskures: Der skurrile 70er-Sci-Fi-Film „Star Wars“.

(mehr …)

The Chino Problem

Am Wochenende verlor ich mein Mobiltelefon, dieses sündhaft teure Stück Technik, auf dem so viele meiner Kommunikationzweige zusammenwurzeln. Bewusst war´s mir sofort – wenn ich die beruhigende oberschenkelige Balance aus linke-Tasche-Schlüsselbund/rechte-Tasche-Handy nicht zu spüren glaube, klopfe ich das sofort linke-Tasche-rechte-Tasche ab, und seufze immer erleichtert.

Diesmal, aber: Heisser Schreck und Hektik. Der Winter multipliziert ja die möglichen Verstecktaschen am Körper, jede Lage besitzt Einschübe und reissverschlussige schwarze Löcher, die sich fröhlich zur gedankenverlorenen Verklappung baldgesuchter Dinge anbieten. Ich stand also am U-Bahn-Steig und kram-tastete wie ein (sehr) später Micheal Jackson an mir herum. Nichts. Weg.

Zuletzt gespürt: in der Bahn. Sicher? Sicher!

(mehr …)