Dr. Google

Ich fliege gerade viel1. Und bin akut krank, was zu unschönen Hustenanfall-Verschluck-Versuchen führt (möchte ja wenn irgendwie vermeidbar nicht quer durch einen verdammt gut verschlossenen Metallzylinder rotzen).

Nun ist ja aber auch „Ebola in aller Munde“ (Merkur Online) und ich frage mich, was peinlicher ist:
Mein Gedanke, „Ebola Symptome“ zu googeln oder die Zeit die vergeht bis ich mich endlich traue es zu tun.2


  1. Nicht stolz drauf. 
  2. Keine Sorge übrigens: Dr. Google gibt Entwarnung. Halt ein Schnupfen und so. Rotz on. 

Erotik nicht inbegriffen

Pocket Lingo Screenshot

Die Reihenfolge macht total Sinn, dumm nur, dass man dafür zahlen soll.

Andererseits: wenn ich mir umgekehrt vorstelle, jemand aus der Ferne deutsch-radebrecht mir Lüsternes ins Ohr… In diesem Fall ist unbeholfene Drolligkeit u.u. nicht zweckdienlich1 und führt zu Missverständnis.

Vielleicht doch lieber einfach Handzeichen.


  1. Akzente wiederum, MeinLieberHerrGesangsverein, sind ein ganz anderes Thema. 

Die Arroganz des Westens

Und schon wieder bin ich in ein Land eingereist, ohne zumindest “Ja-Nein-Hallo-Bitte-Danke-Tschüss” in der Landessprache zu kennen.

Also: schon wieder bin ich genau der stumpfe Tourist1, auf den ich so gerne hinabschaue.


  1. Weitere Ignoranz-Indikatoren: keine Landeswährung _auf Tasche, keinen Reise-Adapter, Überraschung ob des Linksverkehrs 

YOU´RE DEAD!

von Flying Lotus, 2014

YOU´RE DEAD

Nach der wunderbare warmen, beständig splitternden Muschel “Until The Quiet Comes”1 folgt der kalkulierte kalte Hirnfick: Hipster-Jazz aufs Nervigste. Da wird gerappt, da wird gedudelt, aber keine gute Idee weit und breit.


  1. Hör dies, Welt. 

Hozier

von Hozier, 2014

Dachte nicht, dass mich eine milde pathetische Gitarrenplatte gerade so begeistern kann. Aber, Hui, hier ist Hozier und sein selbstbetiteltes Debüt.

Schattiger Blues-Rock irgendwo zwischen Jeff Buckley und den Black Keys.

Hören/kaufen: Spotify, iTunes

God´s Not Dead

Von Harold Cronk, 2014

God´s Not Dead

Ich bin ja fasziniert von der religiösen Rechten, diese spezielle Mischung aus kindischem Unfug, Wagenburg-Mentalität und Menschenverachtung hat die morbide Anziehungskraft eines Verkehrsunfalls. Auf mich, jedenfalls.

Deshalb sah ich heuer auch den Propaganda-Schinken “God´s not Dead“, der in Amerika verdammt erfolgreich1 in den Kinos lief. Und konnte dabei zusehen, wie der intellektuell-arrogante, atheistische Akademikerbösewicht zu jubilierenden Klängen einer Christian-Rock-Band2 von einem Auto umgemäht wurde.

Geschieht ihm recht. Und mir auch, denn für eine endgültige Meinung zu diesem Machwerk hätte der Trailer3 völlig ausgereicht.
Aber ich guck das ja für euch alle.


  1. https://en.wikipedia.org/wiki/God%27s_Not_Dead_(film)#Commercial_performance 
  2. http://newsboys.com 
  3. https://www.youtube.com/watch?v=bMjo5f9eiX8 

Ken Jebsen

Blasierter war die Apokalypse nie.1


  1. Ken Jensen betreibt das Bullshit-El Dorado “kenfm.de”. Ein Putin-Versteher, Isreal-Hasser, Verschwörungstheoretiker und selbstverlieber Phrasendrescher, der leider nur zu gut in diese Zeit passt. 

Auf sie, mit Gebrüll!

Ein Herr Meyer zählt in einer Kölner Boulevard-Schleuder1 die Gründe auf, “warum Autofahren in Köln die Hölle ist2, und alle Radfahrer (immerhin auf Platz 5 der höllischen Hindernisse) fühlen sich völlig zu Recht an den Karren gefahren.

“Ignoranten, ewig-gestrige Arschgeigen!” schreitippt die Meute, und ich stimme ein.

Aber diese unbeholfen formulierte, auf Krawall gebürstete Klickstrecke dient leider nur dazu, Kontroverse und damit Seitenbesuche zu generieren, und jeder, der das verlinkt oder auch nur kommentiert…

… ach, verdammt!
Diese Runde geht an dich, EXPRESS3.


  1. Zeitung wäre geschmeichelt. 
  2. Kein Link, s.o. 
  3. Nächstes mal: Vornehme Zurückhaltung. Ich schaff das. 

Mensch Gottfried

von Gregor Bialas, 2014

Mensch Gottfried

Und das hat Konsequenzen!

Sich dem Konsum komplett zu verweigern, das geht ja nicht – so jedenfalls die These. Gottfried aber ist verdammt nahe dran – und er zahlt einen hohen Preis dafür. Zu Beginn dieser knappen Reportage nehmen wir ihn als verschroben und aggressiv war, aber Stück für Stück erschliesst sich seine Welt, seine irritierende Radikalität, die Würde des Menschen Gottfried.

Aussteigertum jenseits von Landromantik und “Heiti-teiti” (Gottfried).

“Mensch Gottfried” in der ZDF-Mediathek