„Awaken, My Love!“

Multitalent Donald Glovers1 neues Album ist erstmals komplett frei von Rap und dafür von vorne bis hinten voll mit behutsam modernisiertem 70s Funk & Soul. Projekte wie diese enden ja oft genug als blutleere Zitatensammlung2 – aber Glover bringt genug Energie, Charakter und vor allem: den Willen mit, nicht nur in der Musikkiste zu wühlen, sondern sich kopfüber hinein zu stürzen.

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  1. Bekannt u.a. als Schauspieler aus der Serie „Community“. ↩
  2. Siehe etwa: das Gesamtwerk von Duffy. ↩

Rick And Morty

In der animierten Serie „Rick and Morty“ gehen der brillante Wissenschaftler Rick und sein Enkel Morty auf Abenteuerreisen durch ein kunterbuntes Universum. So weit, so Kinder-kompatibel. Aber Rick ist ein konstant rülpsender Alkoholiker und Morty minderbemittelt, die Familie dysfunktional, und die vor Sci-Fi-Referenzen nur so strotzenden Abenteuer enden meist in einer bitteren Erkenntnis.

Room 29

Da haben sich zwei gefunden: Pop-Charakterköpfe Jarvis Cocker1 und Chilly Gonzales ergänzen sich in diesem minimalistisch-melancholischen Konzeptalbum über Einsamkeit und faden Glamour des Hotelzimmers wie erwartet wunderbar. Nicht vom Genre „Contemporary Classic“ abschrecken lassen. Es ist Pop. Feiner.

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  1. Ex-Frontmann der wunderbaren „Pulp“ ↩

Magic Life

In der gut geölten Hipster-Pop-Fabrik hat sich ein wenig Leerlauf eingeschlichen — ganz so rund wie die unverschämte Hit-an-Hit Sammlung „Schick Schock“1 ist „Magic Life“ leider nicht.

Aber es gibt wieder Tolles zu entdecken: Etwa die ulkig/aufrichtige Frank-Ocean2-Homage „SweetLove“ oder der wunderbare Kitsch der Hedonisten-Hymne „sneakers4free“. Und spätestens wenn der Schiebe-Disco-Groove von „Bungalow“ erklingt, ist eh alles wieder Candy.


  1. Rezension: Schick Schock – Onkel Floris endgültige Meinung ↩
  2. Frank Ocean: „Blonde“, 2016 ↩

Word!

Heuer verschickte ich, Florian Egermann, ein Word-Dokument, welches ich eigenhändig erstellt und mit Buchstaben befüllt hatte. Per Email!

Anschliessend war ich ein wenig stolz auf mich. Es fühlte sich an als hätte ich ein Grammophon repariert.

How Music Works

David Byrne, der Chef-Denker der „Talking Heads“ schreibt ein Buch darüber wie Musik funktioniert? Oh ja, bitte!

Leider ist der Erkenntnisgewinn sehr begrenzt, denn Byrne gefällt sich viel zu zu sehr darin, seine Biografie und (fraglos bahnbrechenden Projekte) auszubreiten, als Erhellendes zur Funktionsweise von Musik zu formulieren.

Für Fans.

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Dirty Projectors

Der experimentelle R´n´B-Pop der „Dirty Projectors“ war noch nie wirklich leichte Kost, mit plötzlichen instrumentalen Brüchen und hyper-aktiven Gesangslinien, die sich lustvoll empor schwingen und abrupt abstürzen.

Mit „Dirty Projectors“ sind die „Dirty Projectors“1 nun von Band zu einem Solo-Projekt geschrumpft, was glücklicherweise nicht bedeutet, dass es weniger weird zugeht: immer noch tolle Songs wie das treibende „Death Spiral“ oder der rührende Swan-Song „Little Bubble“, immer noch Eklektizismus hart an der Grenze zur Effekthascherei. Aber eben hart an der Grenze.

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  1. Ich schreibe den Bandnamen so oft, weil er fantastisch ist! ↩