The Propaganda Game

Tolles Thema, stümperhaft umgesetzt: „The Propaganda Game“ bringt fantastisches Material aus Nordkorea mit, verheddert sich aber grandios mit dem Versuch, die Propaganda des Westens und die Propaganda Nordkoreas gleichsetzen zu wollen.

Sehenswert wird der Film immer dann, wenn Alejandro Cao de Benós1 auftaucht, ein schillernder Spanier, der als „Nordkoreanischer Kulturgesandter“ mit ordengespickter Brust durch idyllischste Parkanlagen tänzelt und den Westen anprangert.

The Propaganda Game (2015) – IMDb läuft gerade auf Netflix.

Wer kein Feminist ist, ist ein Arschloch

Ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass fantastische Menschen, die an sich Feministen sind und sich so benehmen, mit dem Begriff ein Problem haben. Es wird Zeit für´s Aufräumen:

Feminismus (abgeleitet von lateinisch femina Frau und -ismus über französisch féminisme)1 bezeichnet sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt.
http://www.wikipedia.com/de/Feminismus

Entweder du bist Feminist, oder du bist Arschloch.

The Lobster

„The Lobster“ ist dystopische Fabel, Liebesgeschichte und rabenschwarze Komödie. Die Prämisse: In einem Parallel-Universum bleibt Singles nur ein Monat um einen Partner zu finden – danach werden sie zum Sport gejagt und in ein Tier1 verwandelt.

Ich kann´s nicht mehr anpreisen2.

Im Kino / IMDB


  1. Immerhin: Das Tier ihrer Wahl. ↩
  2. Auch das Poster ist (wie ihr sicher schon bemerkt habt) fantastisch. Wenig fantastisch: der deutsche Titel-Zusatz: „The Lobster – eine unkonventionelle Liebesgeschichte“. Glaubt der Verleih, dass das Zielpublikum dieses Films sich von dieser ZDF-Vorabendprogramm-Beschreibung angezogen fühlt? Es ist ein Jammertal. ↩

Our Puram

Wer möchte, der kann sich bestimmt lang und breit mit den Hintergründen dieses Konzeptalbums („Jesus Saves. Moses Invests. Bhagwan Spends“.1) auseinandersetzen. Für deinen Genuss der Platte ist alleine die folgende Frage relevant:

Klingt ein Musik-Mix aus „The National“ und „Menomena“2 interessant?

Eben.


  1. Rajneesh movement – Wikiwand ↩
  2. Die Band ist ein Nebenprojekt von Bryan Devendorf (The National) und Danny Seim (Menomena) mit Dave Nelson (St. Vincent, Sufjan Stevens). ↩

Grande

Wäre die Kunstfigur PeterLicht endlich mal verliebt, würde er vielleicht eine Platte machen wie „Grande“:

Jedes Wort ist abgewägt, die Kulisse klarster Pop, aber Kühle ist kein Lösung: Es muss heraus in rauschhaftem, melodienseligen Drang – das absurde iPhone wird beobachtet1, aber nicht begraben2 (sie könnte ja noch mal anrufen).

„Was ist heute so passiert? / Meine Virendatenbank wurde aktualisiert / Bitteschön und vielen Dank / Das ist nice, das ist nice!
Als ich heut in die Küche ging / Um drei Minuten vor halb Acht / hab ich kurz nicht an Dich gedacht“

Beseelteres ist dieses Jahr nicht mehr zu erwarten.

Hören/Kaufen: Spotify / iTunes


  1. Von Wegen Lisbeth: „Cherie“ ↩
  2. PeterLicht: Begrab´ mein iPhone. ↩

Stadt zu Spielplatz

Pokémon GO

Etwas wunderbares passiert gerade: Die Stadt wird zum Spielplatz. Menschen erkunden den urbanen Raum und versammeln sich an Orten, die sie sonst nicht betreten würden.

Nicht ohne meinen Schweinebraten!

Ich hatte gerade schon rund 1500 Zeichen dazu geschrieben, warum ein „Die Welt“-Artikel mit der Überschrift „Merkel bittet Migranten um Toleranz für Schweinebraten1“ bösartiger Unsinn ist. Aber: dazu musste ich nicht recherchieren, abwägen, Statistiken wälzen, sondern einfach nur den Artikel lesen, also: nicht mal den Artikel, es reicht der erste Abschnitt, in dem Frau Merkels Aussage und die (sehr wohlwollend umschrieben) „Interpretation“ meilenweit auseinanderklaffen.

Und was will ich um jeden Preis vermeiden?

Langweilen und die Intelligenz meiner Leser*innen beleidigen.
„Die Welt“ langweilt nun nicht, aber letzteres hat sie ziemlich gut drauf.