„Avengers: Infinity War“ ist kein Film, sondern eine Hausaufgabe

Unvollständiges Gruppenbild.
Unvollständiges Gruppenbild.

Schlimm: Nicht nur die gute alte, bereits verloren gewusste1 Erde, sondern gleich das ganze Universum ist in Gefahr – ein purpurner Bösewicht2 hat extrem schlechte Laune. Glücklicherweise stemmen sich dagegen alle Held*innen, die das Marvel-Comic-Kino-Universum3 bevölkern: Iron Man, der Hulk, Black Widow, Thor, Spider-Man, Captain America, Black Panther, Bucky Barnes, Scarlett Witch… und mehr. Und _viele_ mehr. Und das sind nur _die Guten_.


„Infinity War“ gucken ist Bingo: Ha! Kenne ich, hab ich gesehen, hat damals… oh, die wieder… Moment, der jetzt auch, hatten die sich nicht zerstritten?, der war doch… oha, da ist Benedict Cumberbatchs Bart und magisches Yoga, oh, und wer ist der? Und wieso ist er wichtig? Ist das wichtig?

„Avengers: Infinity War“ ist ein extrem kompetentes Produkt, die Regisseure4 machen den Bösewicht zur Hauptfigur und jonglieren recht geschickt mit der absurden Anzahl Plots.

Das Problem ist, dass Mensch mehrere Stunden Film aus Marvels fiktiven Universum konsumiert haben kann5 und trotzdem nicht weiß, wer die Hälfte der Heldinnen und Helden sind, und warum, zum Teufel, wir mitfiebern sollen.

„Infinity War“ bringt den Comic-Crossover-Event6 ins Kino und7 in den Mainstream. Ähnlich wie die Superhelden-Meta-Witzbox „Deadpool 2“8 ist „Infinity War“ wenig mehr als ein Fleißsternchen für getreue Konsument*innen der Film-Fabrik Marvel – ein Film ist das nicht mehr.


  1. Erd-Erwärmung, Krieg, Trump. 
  2. Josh Brolin 
  3. Marvel Cinematic Universe – Wikipedia 
  4. Anthony Russo, Joe Russo. 
  5. Iron Man 1-3, Hulk, Thor:Ragnarok, Captain America: The Winter Soldier, 
  6. Alle Helden aus verschiedenen Handlungssträdgen treffen zusammen. 
  7. super-erfolgreich 
  8. Ich mochte den ersten „Deadpool“ ganz gerne, beim zweiten hatte ich das Gefühl, die Hälfte zu verpassen.