Stadt zu Spielplatz: Pokémon GO

Etwas wunderbares passiert gerade: Die Stadt wird zum Spielplatz. Menschen erkunden den urbanen Raum und versammeln sich an Orten, die sie sonst nicht betreten würden.

Gestern, ich, recht selig und angeschickert auf dem Rückweg von meiner Ausstellungseröffnung1, da stand ich wartend am Bahnsteig und hörte aus einer nahen Menschenansammlung die Frage „Wo ist die Arena?“ herüberschallen. Die kölsche Eigenart, unverkrampft und ungefragt launige Hilfestellungen anzubieten habe ich mittlerweile2 übernommen, ich lief-rief also fröhlich Richtung Gruppe: „Lanxess-Arena? Da steht ihr am falschen Gleis!“.

Kurze Konfusion, dann, Erhellung: „Neeeeeee. Pokémon GO3 Arena,…“ sprach ein tätowierter junger Hipster, und sein Gesichtsausdruck beendete den Satz mit „…Opa.

Etwas bizarres passiert gerade: Die Stadt wird zum Spielplatz4, aber statt die Stadt zu erleben, kleben erwachsene Menschen an Smartphones und flickwischen virtuelle Bälle auf kleine bunte Monster, die wirken wie frisch aus dem Toys“R“Us-Regal, das mit „3+ Jahre“ beschriftet ist.

Beim besten Willen: Da kann ich nicht helfen5.


  1. Exhibition: Antichambre im Hotel Friends – FLORIAN EGERMANN 
  2. 10 Jahre Kölle! 
  3. Pokémon GO ist ein Augmented Reality (AR) Spiel von Nintendo/Niantic Labs. 
  4. Also: Genau die Art des Umgangs mit dem persönlichen Umfeld, die ich so schätze und mit meinen/unseren Projekten fördern will. 
  5. Aber schreiben kann ich: z.B. eine Support-Email: PokéCreep – FLORIAN EGERMANN