Melodrama

Nach den minimalistischen Song-Gerüsten des1 Debüts „Pure Heroine“ schöpft die Neuseeländerin nun aus dem Vollen: Disko, R&B, Beats & pathosgeladene2 Balladen. Deutlich bunter, also, aber wenig beliebig und meist geglückt. Plus: Lorde´s fantastische Stimme und raue Offenheit retten auch die schwächeren Stücke. Völlig verdient so populär.


  1. sagenhaft erfolgreichen! 
  2. nicht: pathetisch! 

The One I Love

Leichtfüßig im Niemandsland zwischen Thriller und Komödie, toll gespielt, herausragender Soundtrack. Wir beobachten ein Paar bei dem Versuch, während eines Ausflugs ihre Ehe zu retten. Das ist nicht einfach, und dann wird es kompliziert. Die Potentiale des Twists werden leider ein wenig verschenkt.

The One I Love (2014) – IMDb / The One I Love – JustWatch

Bravado

„Bravado“ ist ein Album, das abwechselnd nach Dire Straits und Van Halen, nach 80s-Ballade und Euro-Dance klingt1 – ein lustvoller Angriff auf Geschmacksgrenzen.

Aber Callinan ist kein Witzbold, sondern Musikant2 – hinter3 dem Vokuhila-Vorhang erwartet abenteuerlustige Hörer*innen eine wunderbare Scheiss-auf-Konventionen-Attitüde und tolle Songs.

Apple Music / Spotify / Video: „SAD“ auf youtube


  1. Manchmal im selben Song! 
  2. Vgl. Komödianten wie „The Lonely Island“ oder „Weird Al“ Yankovic, bei denen die Musik nur Sketch-Soundtrack darstellt. 
  3. unter? 

Harry Styles

Harry Styles war mal in einer Boyband1. Mir Wurscht2, vor allem als ich „Sign of the Times“ hörte, diesen fantastischen Schmachtfetzen, der mich neugierig machte auf das Solo-Debüt.

Nun, es gibt leider kaum weitere Highlights. Und, erschreckend: Die muffelige Dad-Rock-Schnarchigkeit, die sich über weite Strecken breit macht. Wie alt ist der Mann? 23? Punk ist was anderes, Sturm und Drang auch. Ein Soundtrack für den ersten Bausparvertrag.

Apple Music / Spotify


  1. „One Direction“, deren Musik ich in Vorbereitung auf diese Rezension einfach ignoriert habe. 
  2. Die Beatles waren mal eine Boyband. 

Under the Shadow

Die besten1 Horrorfilme handeln nur vordergründig von Monstern oder Zombies: alle hypernatürlichen Erscheinungen manifestieren den alltäglichen sozialen 2 Terror, die Fratze im Spiegel ist die unsere.

So auch in Babak Anvaris klaustrophobischem „Under the Shadow“, in dem eine junge Frau und ihre Tochter im post-revolutionären Iran der Achtziger Jahre von einem bösen Geist heimgesucht werden.

Under the Shadow (2016) – IMDb / Under the Shadow bei Justwatch


  1. Klar, Ausnahmen: „Alien“ beispielsweise
    ist ein sagenhafter, hoch effektiver Monster-Film ohne doppelten Boden. 
  2. und sehr „natürlichen“ 

Sei ein Faber im Wind

Ach, Faber. Für eine Hälfte deiner wunderbar rumpelig-orchestrierten1 Lieder möchte ich dir einen dicken Zustimmungs-Schmatzer auf die Stirn drücken. Aber während die zweite Hälfte läuft stehe ich peinlich berührt in der Ecke.

Kostprobe?