Love what survives

Mount Kimbie mögen sich eine Band1 nennen, aber sie bringen keine Alben raus, sondern Sampler. Tolle Sampler, voll mit feinem Electronic-Groove, Wirrem, Schönem, aber was bleibt von den bisher drei durchaus ausführlich2 belauschten Veröffentlichungen? King Krule´s bester Song seit dem Debüt3, James Blake´s bester Song seit seinem Debüt4, aber wer zum Teufel ist Mount Kimbie?

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  1. „Mount Kimbie ist eine britische Minimal-Band“ — Mount Kimbie – Wikipedia 
  2. und mit Genuß! 
  3. „Blue Train Lines“ 
  4. „We go home together“ 

Copyshop

Romano hat die Kunst der Selbstinszenierung drauf, Beats zwischen Marteria und Deichkind, Witz und eine ziemlich gute Beobachtungsgabe. Das alles kommt wunderbar zusammen auf Hits wie „Copyshop“ oder „König der Hunde1“, auf Album-Länge sind Vortrag und Musik-Gerüst aber etwas zu gleichförmig eintönig, um wirklich zu fesseln.


  1. Glückwunsch, DE, übrigens. 
 „Durch Fensterritzen dringt ’ne kunterbunte Welt / Vom ersten Westgeld wird ’ne Couch bei Quelle bestellt“ #TagderDeutschenEinheit 

Geiles Insta, Señorita: Die dürre Balz des Kay One

Kay One, Konsensradio-HipHöppchen und ZDF-Fernsehgarten-Gigolo1 hat Pietro Lombardi aus der DSDS-Resterampe gefischt, um den Sommerhit „Despacito“2 für ein würdefreies Publikum zu klonen3.

Die hastig (offizieller Videotitel: „Senorita“) auf youtube gekübelte Single wurde fantasillionen4 mal geklickt, und verspricht „von einer Frau zu handeln, welche himmlisch gelobt und deren Liebe zu gewinnen versucht wird.

Das Original ist schwülstig, dumm und dreist, also 100% Sommer-Hit. Was bleibt davon in der „deutsch-sprachigen“5 Version? Onkel Flori analysiert.

Everything now

Arcade Fire ist eine Band, deren Kult-Status ich nie so ganz nachvollziehen konnte. Aber es klang immerhin so, als wüssten die kanadischen Indie-Rocker immer ganz genau was sie wollen1.

Von einer Vision ist bei ihrer neuen Veröffentlichung leider nichts zu spüren, dafür gibt es scheußlich prätentiöse Song-Titel2, peinlichen Reggae und mehr musikalischen Unfug.

Ist das das Konzept „Everything now“, ein Gemischtwarenladen unausgegorener Ideen?
Dann lieber nix, Danke.

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  1. Etwa: „The Suburbs“, ein Konzept-Album über das Leben im Vorort. 
  2. Zugegeben: das ist nun leider keine neue Entwicklung bei Arcade Fire. 

Zauberland

Bernd und Karl-Heinz Ulrich, besser bekannt unter dem Namen „Amigos, Die“ sind Felsen in der Brandung der deutschen Musikgeschichte. Seit mittlerweile mehr als 50 Jahren betreiben sie ganz ohne wettbewerbsverzerrendes Dekolleté (siehe Konkurrentin Helene Fischer1) oder drittes Band-Mitglied (siehe Konkurrenten die Flippers) ihr Ding (und das ist deutscher Schlager).

Pure Comedy

Nach drei Stücken bin ich begeistert, nach sieben gelangweilt: Die versammelte Cleverness der Texte (und oh, sind sie clever!) des sarkastischen Barden Father John Misty kann nicht wett machen, dass das Ganze musikalisch auf der Stelle tritt.

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