Everything now

Arcade Fire ist eine Band, deren Kult-Status ich nie so ganz nachvollziehen konnte. Aber es klang immerhin so, als wüssten die kanadischen Indie-Rocker immer ganz genau was sie wollen1.

Von einer Vision ist bei ihrer neuen Veröffentlichung leider nichts zu spüren, dafür gibt es scheußlich prätentiöse Song-Titel2, peinlichen Reggae und mehr musikalischen Unfug.

Ist das das Konzept „Everything now“, ein Gemischtwarenladen unausgegorener Ideen?
Dann lieber nix, Danke.

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  1. Etwa: „The Suburbs“, ein Konzept-Album über das Leben im Vorort. 
  2. Zugegeben: das ist nun leider keine neue Entwicklung bei Arcade Fire. 

Zauberland

Bernd und Karl-Heinz Ulrich, besser bekannt unter dem Namen „Amigos, Die“ sind Felsen in der Brandung der deutschen Musikgeschichte. Seit mittlerweile mehr als 50 Jahren betreiben sie ganz ohne wettbewerbsverzerrendes Dekolleté (siehe Konkurrentin Helene Fischer1) oder drittes Band-Mitglied (siehe Konkurrenten die Flippers) ihr Ding (und das ist deutscher Schlager).

Pure Comedy

Nach drei Stücken bin ich begeistert, nach sieben gelangweilt: Die versammelte Cleverness der Texte (und oh, sind sie clever!) des sarkastischen Barden Father John Misty kann nicht wett machen, dass das Ganze musikalisch auf der Stelle tritt.

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Melodrama

Nach den minimalistischen Song-Gerüsten des1 Debüts „Pure Heroine“ schöpft die Neuseeländerin nun aus dem Vollen: Disko, R&B, Beats & pathosgeladene2 Balladen. Deutlich bunter, also, aber wenig beliebig und meist geglückt. Plus: Lorde´s fantastische Stimme und raue Offenheit retten auch die schwächeren Stücke. Völlig verdient so populär.


  1. sagenhaft erfolgreichen! 
  2. nicht: pathetisch! 

Bravado

„Bravado“ ist ein Album, das abwechselnd nach Dire Straits und Van Halen, nach 80s-Ballade und Euro-Dance klingt1 – ein lustvoller Angriff auf Geschmacksgrenzen.

Aber Callinan ist kein Witzbold, sondern Musikant2 – hinter3 dem Vokuhila-Vorhang erwartet abenteuerlustige Hörer*innen eine wunderbare Scheiss-auf-Konventionen-Attitüde und tolle Songs.

Apple Music / Spotify / Video: „SAD“ auf youtube


  1. Manchmal im selben Song! 
  2. Vgl. Komödianten wie „The Lonely Island“ oder „Weird Al“ Yankovic, bei denen die Musik nur Sketch-Soundtrack darstellt. 
  3. unter? 

Harry Styles

Harry Styles war mal in einer Boyband1. Mir Wurscht2, vor allem als ich „Sign of the Times“ hörte, diesen fantastischen Schmachtfetzen, der mich neugierig machte auf das Solo-Debüt.

Nun, es gibt leider kaum weitere Highlights. Und, erschreckend: Die muffelige Dad-Rock-Schnarchigkeit, die sich über weite Strecken breit macht. Wie alt ist der Mann? 23? Punk ist was anderes, Sturm und Drang auch. Ein Soundtrack für den ersten Bausparvertrag.

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  1. „One Direction“, deren Musik ich in Vorbereitung auf diese Rezension einfach ignoriert habe. 
  2. Die Beatles waren mal eine Boyband.